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Auch wenn die jüngsten Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindex für die Zukunft wieder etwas mehr Mut machen: Eine aktuelle Umfrage der WHU Otto Beisheim School of Management in Kooperation mit dem Internationalen Controller Verein macht deutlich, dass die Unternehmen in Deutschland nach wie vor im Krisenmodus sind.

Das Ergebnis einer Blitzumfrage bei knapp 340 Finanzvorständen und Controllern in Unternehmen in Deutschland in der Zeit vom 7. bis 11. Mai 2020 zeigt, dass etwa ein Drittel der Unternehmen von der Corona-Krise stark betroffen sind und jedes zweite Unternehmen bereits Soforthilfen des Bundes in Anspruch genommen hat. Bereits 41 Prozent der Unternehmen beziehen Kurzarbeitergeld; bei 15 Prozent sind sogar mehr als die Hälfte der Mitarbeiter davon betroffen. Dahinter rangieren Steuerstundungen bzw. die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Kredite der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Von den befragten Unternehmen erzielen übrigens etwas mehr als die Hälfte einen Jahresumsatz zwischen 50 Millionen und einer Milliarde Euro, die übrigen verteilen sich in etwa gleichen Verhältnissen unter- und oberhalb dieser Spanne.

Von fragilen Lieferketten zur Sorge um die fehlende Nachfrage

Während einer ersten Befragung im März 2020, also zu Beginn des Shutdowns, wurden von den befragten CFOs und Controllern vor allem die erschwerten Arbeitsbedingungen sowie die fragilen Lieferketten als momentan größte Herausforderung genannt. Nunmehr rücken vor allem die Absatzrückgänge in den Vordergrund. Sorgen macht den befragten Personen insbesondere die fehlende Nachfrage. Sie sind daher auch weiterhin skeptisch, bis wann sich die Situation in ihren Unternehmen nachhaltig verbessert haben wird. So berichten knapp 60 Prozent der befragten CFOs und Controller, dass sie die Ziele zumindest für das laufende Jahr bereits anpassen mussten.

Auch Investitionen von der Corona-Krise betroffen

Im Übrigen wirkt sich die Corona-Krise jetzt auch auf die Investitionen aus. Viele Unternehmen haben inzwischen mit Verschiebungen oder Kürzungen ihrer Investitionen reagiert. Allerdings sind davon Investitionen in die Digitalisierung deutlich weniger betroffen.

Aufsichtsrat als strategischer Sparringspartner

In der aktuellen Situation kann ein qualifiziert besetzter Aufsichtsrat bzw. Beirat ein wichtiger Gesprächspartner und Impulsgeber sein, um Unternehmen für die Zukunft neu aufzustellen. Er bringt bei Fragen zur strategischen Neupositionierung eine unabhängige Sichtweise ein und tut dies ohne Interessenkonflikte oder betriebsinterne Zwänge. Der Aufsichtsrat oder Beirat stellt somit zusätzliches wichtiges Know-how zur Verfügung und kann auch neue Kontakte bzw. Netzwerke erschließen. Gerade jetzt ist es wichtig, die Zusammensetzung eines Aufsichtsrats bzw. Beirats kritisch zu hinterfragen. Bei der Suche nach neuen Mitgliedern für den Aufsichtsrat bzw. Beirat ist es übrigens empfehlenswert, auch auf professionelle Dienstleister zuzugreifen, die sich auf die Vermittlung von Aufsichtsräten und Beiräten spezialisiert haben. Sie können nämlich den Kreis möglicher Kandidaten entscheidend vergrößern und die Qualität der Besetzung damit verbessern.

Zum Autor:

Dr. Klaus Weigel ist seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter der Board Xperts GmbH, Frankfurt am Main. Die Board Xperts GmbH ist spezialisiert auf die Vermittlung qualifizierter Aufsichtsräte und Beiräte. Dr. Weigel war 25 Jahre im Corporate-Finance- und Private-Equity-Geschäft in leitender Funktion und als Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten tätig. Er ist zugleich Mitgründer und Vorstandsmitglied der Vereinigung Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland e.V. (ArMiD).

E-Mail: klaus.weigel@board-experts.de

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