Zeit zum Lesen: 2 Minuten

Wenn es um den Einstieg eines Finanzinvestors geht, sind viele Familienunternehmer immer noch skeptisch. Gleichzeitig mehren sich Positivbeispiele von erfolgreichen Beziehungen. Eine neue Studie, die die Kanzlei POELLATH gemeinsam mit der WHU Otto Beisheim School of Management erstellt hat, beleuchtet die Beweggründe von Familienunternehmen, einen Finanzinvestor ins Boot zu holen und zeigt Faktoren gelungener Geschäftsbeziehungen auf.

Untersucht wurden die Beweggründe, die für bzw. gegen den (Teil-)Verkauf eines Familienunternehmens an einen Finanzinvestor sprechen, sowie die Auswahlkriterien und Auswirkungen auf das Unternehmen. Geleitet wurde das Studienteam von Prof. Dr. Nadine Kammerlander, Leiterin des Instituts für Familienunternehmen und Mittelstand der WHU. Die Besonderheit der Studie liegt in der breiten quantitativen Basis, da erstmals in diesem Umfang deutsche Familienunternehmer befragt wurden, und das zu einem Zeitpunkt, in dem viele Familienunternehmen vor einer Übergabe an die nächste Generation stehen und gleichzeitig Herausforderungen wie Digitalisierung, Internationalisierung oder auch ESG-Anforderungen bewältigen müssen. Die Studie zeigt insbesondere, unter welchen Umständen eine Partnerschaft funktionieren kann, und welchen Beitrag Finanzinvestoren bei der Bewältigung der genannten Herausforderungen leisten können.

Als Ergebnis der Studie ist festzuhalten, dass Investoren für Familienunternehmen eine echte Finanzierungsalternative sein können, die den unternehmerischen Handlungsspielraum signifikant erweitern und beiden Seiten einen deutlichen Mehrwert bieten können. Entscheidend ist, dass sich beide Seiten auf ihre individuellen Stärken besinnen und eine gemeinsame Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit schaffen. Wichtig ist zudem, die Eckpfeiler der Partnerschaft vertraglich zu regeln, um Konflikte bereits im Voraus zu vermeiden. Auf dieser Grundlage können sich Familienunternehmen und Finanzinvestoren den Status „Freundschaft statt Feindschaft“ erarbeiten. Der Finanzinvestor muss zum Familienunternehmen passen, und die Rahmenbedingungen des (Teil-)Verkaufs müssen transparent gemacht werden. Durch Finanzinvestoren kann das Familienunternehmen wichtiges Wissen aufnehmen und damit sowohl schwierige Zeiten im Unternehmen durchstehen als auch Wachstum finanzieren und gegebenenfalls die (externe) Nachfolge regeln.


Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden.

Zum Autor:

Dr. Klaus Weigel ist seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter der Board Xperts GmbH, Frankfurt am Main. Die Board Xperts GmbH ist spezialisiert auf die Vermittlung qualifizierter Aufsichtsräte und Beiräte. Dr. Weigel war 25 Jahre im Corporate-Finance- und Private-Equity-Geschäft in leitender Funktion und als Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten tätig, insbesondere in Familienunternehmen. Er ist zugleich Mitgründer und Vorstandsmitglied der Vereinigung Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland e.V. (ArMiD).

E-Mail: klaus.weigel@board-experts.de