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Nur 61 Prozent der jungen Deutschen halten Familienunternehmen für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, lediglich 54 Prozent sehen in ihnen einen Innovationsmotor. 47 Prozent aller Deutschen sehen die größten Karrierechancen bei Konzernen, nur zehn Prozent bei Familienunternehmen. Bei Nachhaltigkeitsthemen schneiden Familienunternehmen insgesamt am besten ab, allerdings nicht bei den Befragten zwischen 18 und 29 Jahren.

In dieser Altersgruppe genießen Familienunternehmen ein spürbar schlechteres Image als bei ihren Eltern bzw. Großeltern. Insgesamt genießen Familienunternehmen aber immer noch einen guten Ruf in Deutschland, auch wenn sie in einigen Bereichen seit dem Jahr 2019 Imageverluste hinnehmen müssen. Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Das Image deutscher Familienunternehmen 2021“ von PwC Deutschland, für die 1.000 Personen nach ihrer Einschätzung gefragt wurden.

Familienunternehmen haben zunehmend ein angestaubtes Image

Die befragten Personen bringen mit Familienunternehmen traditionell-konservative Werte wie regionale Verwurzelung, Wertschätzung und Fairness in Verbindung, nicht aber moderne Arbeitgeberqualitäten. So unterliegen Familienunternehmen gegenüber Konzernen etwa in den Punkten Gehälter, Karrieremöglichkeiten und internationale Karriere- oder Einsatzchancen. Auch bei Entwicklungen der modernen Arbeitswelt wie Agilität, Innovation und Digitalisierung schneiden sie schlechter ab als Großunternehmen.

Wirtschaftsmacht von Familienunternehmen wird unterschätzt

Dabei legen Familienunternehmen faktisch eine deutlich bessere Performance hin, als es ihrem Ruf entspricht, und werden im Vergleich zu Konzernen unterschätzt. Das zeigt sich auch bei der Beurteilung der Wirtschaftskraft. So glauben 48 Prozent der Deutschen, dass die wirtschaftliche Performance von Konzernen die bessere sei, nur 14 Prozent sehen hier Familienunternehmen vorne.

Offensichtlich klaffen hier Wahrnehmung und Wirklichkeit deutlich auseinander. Familienunternehmen sind nach Ergebnissen vieler Studien ausgesprochen krisenfest und wirtschaftlich stark und weisen u. a. überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquoten aus. Unter ihnen befinden sich viele Weltmarktführer. Diese Vorteile gerade in einer Zeit des „War for Talents“ auf dem Arbeitsmarkt in der Kommunikation nach außen offensiv darzustellen, erscheint als Gebot der Stunde. Es sollte auch in die strategische Diskussion in den Aufsichtsräten und Beiräten von Familienunternehmen einfließen. Es reicht offensichtlich nicht mehr, ein „Hidden“ Champion zu sein.

Weitere Ergebnisse dieser Studie betreffen die Einschätzung der Sicherheit von Arbeitsplätzen in Familienunternehmen und das Thema Nachhaltigkeit.

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

Zum Autor:

Dr. Klaus Weigel ist seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter der Board Xperts GmbH, Frankfurt am Main. Die Board Xperts GmbH ist spezialisiert auf die Vermittlung qualifizierter Aufsichtsräte und Beiräte. Dr. Weigel war 25 Jahre im Corporate-Finance- und Private-Equity-Geschäft in leitender Funktion und als Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten tätig. Er ist zugleich Mitgründer und Vorstandsmitglied der Vereinigung Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland e.V. (ArMiD).

E-Mail: klaus.weigel@board-experts.de

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